Nichts für Warmduscher: Führung mit Empathie
Der Begriff “Empathie” lässt sich mit “Einfühlungsvermögen” übersetzen, meint die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Empathie gehört also ganz klar zu den “weichen Faktoren”, den “Soft Skills”. Da liegt die Assoziation Weichei-Faktoren nicht sonderlich fern. Klingt “sich einfühlen” nicht irgendwie nach Sozi-Psycho-Gequatsche, das gerade recht ist für Weicheier und Warmduscher, aber nichts für echte Führungskräfte?
Irrtum. Weicheier, Schattenparker und Warmduscher vermeiden alles was anstrengend, unbequem oder gar schmerzhaft sein könnte. Gerade dem setzen sich aber Menschen aus, die ihre empathischen Fähigkeiten benutzen. Ein empathischer Mensch nimmt die Welt nicht nur aus der eigenen Perspektive wahr, sondern spürt auch noch den Wahrnehmungen und Gefühlen anderer nach. Das bedeutet mindestens eine gewisse Anstrengung. Spaß macht es dann, wenn man die Begeisterung und Freude anderer miterlebt und nachempfindet. Vielen gefällt zum Beispiel das Schenken sogar besser als beschenkt zu werden. Empathie kann aber auch bedeuten, den Frust, die Enttäuschung, die Trauer, Angst oder Wut anderer nachuuemfpinden. Da hört der Spaß auf.
Führungskräfte können es selten allen recht machen. Zwar ist es ihre Aufgabe, die verschiedenen Interessen, die an sie herangetragen werden, möglichst gut auf ein gemeinsames Ziel hin zu integrieren. Doch das geht nun einmal nicht immer. Oft müssen sie Entscheidungen treffen, die für andere unangenehm sind, Kurzarbeit ankündigen, kritisches Feedback geben oder gar Mitarbeiter entlassen. Freude bereitet das (normalerweise) niemandem. Aber denjenigen, die cool bleiben und vor allem die sachliche Notwendigkeit und die eigene Perspektive wahrnehmen, fällt es natürlich leichter als denjenigen, die spüren, was das beim anderen auslöst.
Warmduscher sollten also schön cool bleiben, ja nichts an sich heranlassen und die Empathie den Starken überlassen. Das hat nur einen Nachteil: Führung mit Empathie ist Erfolg versprechender. Dazu mehr im nächsten Artikel.
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